Pferd ./. Pferd – Von Recht, Gesetz und Versicherungen (Ein Weideunfall) … und von Hunden …

paragraph2Der Sommer ist da. Die Pferde sind auf der Weide.

Glücklich kann sich schätzen, wer die Sonnenstrahlen und die warmen Temperaturen für Ausritte mit seinem Pferd nutzen kann.

Die Pferde stehen auf der Weide und grasen (meist friedlich) vor sich her …

… oder auch nicht …

Das Problem
Damit es den Pferde auch richtig gut geht, führen wir sie auf die Weide, dass sie grasen und galloppieren mögen, sich wohlfühlen und Kontakt zu anderen Artgenossen haben können.

In Letzterem hingegen liegt natürlich auch die Gefahr für und von unseren vierbeinigen Freunden. Denn wenn mehrere Pferde zusammenstehen, kommt es naturgemäß immer wieder zu Rangeleien um Futter, Platz an der Sonne oder im Schatten und kleinere oder größere Rangkämpfe.

Insbesondere dann, wenn die Pferde sich noch nicht kennen, ihre Frühlingsgefühle austoben und die Rangfolge in der Herde klären wollen, kann dies unter Umständen schon einmal zu Verletzungen der Tiere untereinander führen.

Je nach Schwere der Verletzung ist dann eine tierärztliche Behandlung oder sogar mehr notwendig. Dies löst natürlich Kosten aus oder mindert den Wert eines Pferdes.

Dann stellt sich die Frage, wer denn nun für den Schaden aufkommen muss und ob es so etwas wie ein „Selbstverschulden“ des verletzten Pferdes gibt.

Die folgenden Hinweise gehen dabei davon aus, dass die Tiere als Hobby gehalten und genutzt werden. Denn für Pferde, die dem Broterwerb dienen (o.ä.) gelten unter Umständen andere Maßstäbe.

Das Recht und Gesetz

Um solche Rechtsstreitigkeiten zu lösen hat der Gesetzgeber Vorschriften erlassen, die insbesondere bei Schadensfällen mit Tieren zur Geltung kommen sollen.

Ausgangspunkt ist hierfür die Regelung des § 833 BGB, die sogenannte Tierhalterhaftung.

Diese Haftung gilt grundsätzlich unabhängig von einem Verschulden. Sofern also jemand anders einen Schaden durch Ihr Pferd erleidet, haften Sie. Eine Mithaftung des Geschädigten ist erst einmal nicht vorgesehen.

Etwas anderes, also eine anteilige eigene Haftung des Eigentümers des geschädigten Pferdes kommt nur unter bestimmten Gesichtspunkten in Betracht. Dafür müsste nämlich der geschädigte Pferdebesitzer mindestens fahrlässig gehandelt haben.

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass bereits das Zusammenstellen des eigenen Pferdes mit anderen Pferden auf einer Weide eine solche Fahrlässigkeit begründet. Hier ist aber zu sehen, dass Pferde nun einmal Herdentiere sind. Das Zusammenstellen von Pferden auf einer Weide entspricht also der natürlichen Form des Zusammenlebens von Pferden und damit einer artgerechten Haltung.

Um aber ein Mitverschulden annehmen zu können, müsste das geschädigte Pferd (oder dessen Besitzer) aktiv daran mitgewirkt haben, dass es zu einem Schaden gekommen ist. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, sofern Pferde sich gegenseitig verletzen, weil sie miteinander um ihren Rangplatz kämpfen.

Wie hoch die dadurch bewirkte Haftungsquote der einzelnen Pferde ist, muss im Einzelfall ermittelt werden und kann hier nicht pauschal beantwortet werden.

Ein solches Mitverschulden muss aber positiv nachgewiesen werden, was in der Praxis oft schwierig oder gar unmöglich ist. Geht die Sache vor Gericht, gelten die allgemeinen Beweisregelungen des Zivilrechts.

Der Regelfall dürfte daher immer sein, dass sich aus der Tierhalterhaftung des § 833 BGB eine vollständige Ersatzpflicht gegenüber dem (alleine) geschädigten anderen Pferd bzw. dessen Besitzer ergibt.

Die Versicherung

Hoffentlich haben Sie daher eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen, die für solche Schäden einzutreten hat.

Diese sträuben sich aber oft, den vollen gegnerischen Schaden zu ersetzen und gehen dann von einem hälftigen Mitverschulden aus. Eine meist angewandte Quote beträgt meist lediglich 50 % des Schadens.

Durch die Rechtsprechung wurde dem aber bereits öfters widersprochen. Lässt sich nämlich der Hergang des Schadensereignisses nicht mehr konstruieren, liegt aber eine Verletzung (also ein Schaden) unstreitig vor, so greift § 833 BGB. Hiernach besteht die Verpflichtung des Tierhalters … und damit i.d.R. auch für dessen Haftpflichtversicherer … den vollen Schaden zu ersetzen.

Dafür muss man dann aber im Zweifel eben auch gegen die eigene Versicherung vorgehen.

Andere Tiere … Hunde, Katzen etc.

Das zuvor Gesagte betrifft übrigens nicht nur Pferde, sondern jede Art von Tiere, welche aufeinandertreffen und sich verletzen können. Deshalb ist es aus rechtlicher Sicht dringend geboten, eine entsprechende Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dies gilt für jede Art von Tier, denn auch ein Hund oder eine Katze kann vor ein Auto laufen oder ein Kind oder Erwachsenen beißen. Und Urteile zur Haftung von Vögeln, welche in die Triebwerke von Flugzeugen geraten sind, gibt es auch …

Zusammenfassung

Grundsätzlich haftet der Tierhalter für alle von seinem Tier angerichteten Schäden. Eine Mithaftung des Geschädigten ist denkbar, in der Praxis aber oft schwer zu beweisen.

Sofern die Versicherung sich auf eine Mithaftung des Gegners oder einem selbst gegenüber beruft, sollte man dies prüfen lassen und ggf. gegen die Versicherung vorgehen.


facebook (2)Auf Facebook finden Sie uns unter https://www.facebook.com/rahassiepen

twitter (2)und auf Twitter können Sie uns unter http://twitter.com/rahassiepen folgen.

youtube (2)Unseren YouTube-Kanal können Sie hier direkt abonnieren und finden ihn unter http://www.hassiepen-rechtsanwalt.tv


Bitte beachten Sie auch unseren rechtlichen Hinweis.

Sicherung einer Pferdewiese in der Nähe von Verkehrsstraßen … und sonst auch …

Pferde sind tolle Tiere. Doch irgendwo müssen sie auch untergebracht werden. Für die Tiere ist natürlich eine große Weide am besten (und leckersten).

Aber Pferde sind eben auch große Tiere, die einen bestimmten Freiheitsdrang haben und, wenn sie sich erschrecken, auch schon einmal durch Hecke und Zaun gehen können … oder wenn sie das Gras auf der anderen Seite des Zaunes einfach leckerer finden.

Befindet sich die Pferdeweide dann in der Nähe von Straßen oder grenzt direkt an eine Straße an, stellt sich die Frage, welche Sorgfaltspflichten den Pferdehalter treffen.

Für privat gehaltene Pferde gibt es die sog. Halterhaftung, die grundsätzlich verschuldensunabhängig gilt. Dies hatte ich schon einmal im Zusammenhang mit Weideunfällen diskutiert.

Daher treffen den Pferdehalter natürlich auch Sorgfaltspflichten bei der Weidehaltung. Grenzen solche Weiden an Straßen, so fordert die Rechtsprechung besonders hohe Pflichten, damit Dritte nicht durch entlaufende Pferde geschädigt werden. Grundsätzlich gilt dies natürlich auch bei Weiden, die auf dem Lande liegen, aber in Straßennähe sind die Anforderungen besonders streng.

So müssen die Zäune laufend auf Beschädigungen geprüft und diese dann natürlich auch behoben werden. Auch muss der Zaun ständig auf Bruchfestigkeit untersucht werden.

Auch das Tor zur Weide muss gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert werden. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Pferde selbst, sondern auch auf (mehr oder weniger) voraussehbare Einwirkung von Fremden, also fremden Tieren oder anderen Personen.

Besonders dann, wenn damit gerechnet werden muss, dass Unbefugte das Tor öffnen könnten, so genügt ein einfacher Verschluss des Tores ohne besondere Vorrichtungen nicht. Vielmehr muss das Schloss zum Beispiel durch ein Vorhängeschloss verschlossen werden. Dies gilt besonders auch für Zeiten, in denen eine Überwachung nicht oder nur selten erfolgen kann, wie in der Nachtzeit.

Dies gilt im Übrigen auch für Stalltüren, je nach der Beschaffenheit oder Zugänglichkeit.

Für die Umgrenzung der Weide dürfte auch ein einfacher Holzzaun nicht ausreichen. Dieser sollte durch einen elektrischen Weidezaun unterstützt werden, welcher die Pferde davon abhält, diesen zu durchbrechen oder ihn durch unbeabsichtigtes Berühren zu beschädigen.

Manche Gerichte (z.B. das OLG Celle) fordern, dass die Pfahlabstände nicht mehr als 3 Meter bis 3,5 Meter betragen und die Pfähle selbst eine für die Tiere (und wohl auch Menschen) gut sichtbare Abgrenzung darstellen. Die Pfähle sollen nach Ansicht der Gerichte dann mindestens 7 cm breit sein. Auch zu den Anforderungen an die Höhe des Zaunes haben sich die Gerichte geäußert und in Entscheidungen gefordert, dass die Höhe des Zaunes mindestens die Widerristhöhe des größten Tieres abzgl. maximal 10 % betragen soll.

Auf Grund der Tierhalterhaftung ist es ohnehin fast unmöglich einer Haftung tatsächlich zu entkommen. Dennoch kann ein Mitverschulden des Halters ggf. begrenzt werden, wenn er/sie wenigstens die Anforderungen an die Sicherung der Weide beachtet hat.

Im Hinblick auf die Zäune sollte im Übrigen, unabhängig von der Rechtsprechung, auch beachtet werden, dass Pferde nun einmal kräftige Tiere sind und auch einen 7 cm dicken Holzpfahl wohl ohne größere Mühe umdrücken können. Ein elektrischer Weidezaun kann daher zusätzliche Sicherheit bieten und die Pferde auf Abstand vom Zaun halten, wenn er entsprechend angebracht ist. Dann muss aber auch die Batterie/Stromversorgung ständig geprüft sein…

Die Rechtsprechung zu diesem Thema ist umfassen, daher können die vorgenannten Angaben natürlich lediglich Richtwerte sein. Es gilt: Je sicherer, desto besser …

Also, achten Sie bei der Haltung Ihrer Pferde auf eine (sehr) gute Sicherung der Weiden … was im Übrigen ja nicht nur dem Schutz Dritter, sondern auch dem Schutz Ihrer Tiere nützt.

(Bitte beachten Sie auch unsere rechtlichen Hinweise)

Pferd ./. Pferd – Von Recht, Gesetz und Versicherungen (Ein Weideunfall)

Das Problem

Der Frühling ist da. Die Pferde werden angeweidet. Glücklich schätzt sich, wer nun wieder die Sonnenstrahlen und die warmen Temperaturen für Ausritte mit seinem Pferd nutzen kann.

Damit es den Pferde auch richtig gut geht, führen wir sie auf die Weide, dass sie grasen und galloppieren mögen, sich wohlfühlen und Kontakt zu anderen Artgenossen haben können.

In Letzterem hingegen liegt natürlich auch die Gefahr für und von unseren vierbeinigen Freunden. Denn wenn mehrere Pferde zusammenstehen, kommt es naturgemäß immer wieder zu Rangeleien um Futter, Platz an der Sonne oder im Schatten und kleinere oder größere Rangkämpfe.

Insbesondere dann, wenn die Pferde sich noch nicht kennen, ihre Frühlingsgefühle austoben und die Rangfolge in der Herde klären wollen, kann dies unter Umständen schon einmal zu Verletzungen der Tiere untereinander führen.

Je nach Schwere der Verletzung ist dann eine tierärztliche Behandlung oder sogar mehr notwendig. Dies löst natürlich Kosten aus oder mindert den Wert eines Pferdes.

Dann stellt sich die Frage, wer denn nun für den Schaden aufkommen muss und ob es so etwas wie ein „Selbstverschulden“ des verletzten Pferdes gibt.

Die folgenden Hinweise gehen dabei davon aus, dass die Tiere als Hobby gehalten und genutzt werden. Denn für Pferde, die dem Broterwerb dienen (o.ä.) gelten unter Umständen andere Maßstäbe.

Das Recht und Gesetz

Um solche Rechtsstreitigkeiten zu lösen hat der Gesetzgeber Vorschriften erlassen, die insbesondere bei Schadensfällen mit Tieren zur Geltung kommen sollen.

Ausgangspunkt ist hierfür die Regelung des § 833 BGB, die sogenannte Tierhalterhaftung.

Diese Haftung gilt grundsätzlich unabhängig von einem Verschulden. Sofern also jemand anders einen Schaden durch Ihr Pferd erleidet, haften Sie. Eine Mithaftung des Geschädigten ist erst einmal nicht vorgesehen.

Etwas anderes, also eine anteilige eigene Haftung des Eigentümers des geschädigten Pferdes kommt nur unter bestimmten Gesichtspunkten in Betracht. Dafür müsste nämlich der geschädigte Pferdebesitzer mindestens fahrlässig gehandelt haben.

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass bereits das Zusammenstellen des eigenen Pferdes mit anderen Pferden auf einer Weide eine solche Fahrlässigkeit begründet. Hier ist aber zu sehen, dass Pferde nun einmal Herdentiere sind. Das Zusammenstellen von Pferden auf einer Weide entspricht also der natürlichen Form des Zusammenlebens von Pferden und damit einer artgerechten Haltung.

Um aber ein Mitverschulden annehmen zu können, müsste das geschädigte Pferd (oder dessen Besitzer) aktiv daran mitgewirkt haben, dass es zu einem Schaden gekommen ist. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, sofern Pferde sich gegenseitig verletzen, weil sie miteinander um ihren Rangplatz kämpfen.

Wie hoch die dadurch bewirkte Haftungsquote der einzelnen Pferde ist, muss im Einzelfall ermittelt werden und kann hier nicht pauschal beantwortet werden.

Ein solches Mitverschulden muss aber positiv nachgewiesen werden, was in der Praxis oft schwierig oder gar unmöglich ist. Geht die Sache vor Gericht, gelten die allgemeinen Beweisregelungen des Zivilrechts.

Der Regelfall dürfte daher immer sein, dass sich aus der Tierhalterhaftung des § 833 BGB eine vollständige Ersatzpflicht gegenüber dem (alleine) geschädigten anderen Pferd bzw. dessen Besitzer ergibt.

Die Versicherung

Hoffentlich haben Sie daher eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen, die für solche Schäden einzutreten hat.

Diese sträuben sich aber oft, den vollen gegnerischen Schaden zu ersetzen und gehen dann von einem hälftigen Mitverschulden aus. Eine meist angewandte Quote beträgt meist lediglich 50 % des Schadens.

Durch die Rechtsprechung wurde dem aber bereits öfters widersprochen. Lässt sich nämlich der Hergang des Schadensereignisses nicht mehr konstruieren, liegt aber eine Verletzung (also ein Schaden) unstreitig vor, so greift § 833 BGB. Hiernach besteht die Verpflichtung des Tierhalters … und damit i.d.R. auch für dessen Haftpflichtversicherer … den vollen Schaden zu ersetzen.

Dafür muss man dann aber im Zweifel eben auch gegen die eigene Versicherung vorgehen.

Zusammenfassung

Grundsätzlich haftet der Tierhalter für alle von seinem Tier angerichteten Schäden. Eine Mithaftung des Geschädigten ist denkbar, in der Praxis aber oft schwer zu beweisen.

Sofern die Versicherung sich auf eine Mithaftung des Gegners oder einem selbst gegenüber beruft, sollte man dies prüfen lassen und ggf. gegen die Versicherung vorgehen.

Ein Hinweis noch …

Jeder Rechtsfall ist unterschiedlich. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass der hiesige Ratschlag natürlich nur einen ersten Überblick über Möglichkeiten darstellt, Ihr persönlicher Einzelfall aber im Hinblick auf mögliche individuelle Regelungen geprüft werden muss. Hierzu können Sie mich gerne ansprechen und erreichen mich hierfür unter meiner Kanzleianschrift:

Rechtsanwalt Thorsten Haßiepen
Echter Straße 24
41844 Wegberg
Tel. (0 24 34) 98 30 100

Wenn der Einstaller verschwindet, nicht zahlt … und das Pferd bleibt …

Das Problem

Es passiert immer wieder. Ein Pferd, ein Stallplatz, offene Miete … aber kein Pferdebesitzer weit und breit. Er oder sie sind nicht mehr aufzufinden, haben teils hohe Schulden hinterlassen … und vor allem auch … das Pferd.

Als Pferdestallbesitzer, der das Tier natürlich weiter betreut, fragt man sich da, wie man denn nun zu seinem Geld kommen kann. Denn das Pferd wird schließlich weiter versorgt, frisst Stroh, Heu und anderes teures Futter. Die Box ist belegt.

Fragen, die fast jeden Stalleigentümer schon einmal beschäftigt haben (oder werden) sollen hier aufgezeigt und rechtliche Stellung zu den Einzelproblematiken bezogen werden.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Sie einen „normalen“ Vertrag mit dem Einstaller haben. Detaillierte Regelungen für den angesprochenen Fall finden sich darin meist nicht.

Das Geld

Die Miete

Zunächst einmal fehlen Ihnen in solchen Fällen natürlich die monatlichen oder anderweitig wiederkehrenden vereinbarten Mietzahlungen („Stallpacht“), welche Sie mit dem Einstaller für sein Pferd vereinbart hatten.

Da diese Ausfälle sich von Monat zu Monat naturgemäß erhöhen, ist ein schnelles Handeln gefragt.

Sie sollten auf jeden Fall unmittelbar nach „Entschwinden“ des Einstallers dokumentieren, welche Zahlungen er für welchen Monat geleistet hat und welche offenstehen. Diese Liste muss dann auch laufend weiter geführt werden.

Ein guter Tipp ist es, wenn Sie für jeden Einstaller eine eigene Akte angelegt haben, in welcher idealerweise neben dem (schriftlich) abgeschlossenen Vertrag ohnehin die Zahlungsübersichten enthalten sind.

Da die Miete/Pacht im Regelfall bereits im Voraus eines Monats gezahlt wird, müssen Sie beachten, dass Sie Ihren Teil des geschlossenen Vertrages für die bezahlten Monate natürlich auch vollständig erfüllen müssen. Daher gehe ich davon aus, dass es keine Gründe für eine Miet-/Pachtminderung gibt.

Zu Tierarzt- und anderen Kosten komme ich später unter dem Punkt „Das Pferd“.

Die Kaution

Manchmal kommt es vor, dass der Einstaller eine Kaution gezahlt hat. Diese Kaution können Sie für die nicht bereits anderweitig bezahlten Mieten, aber auch andere Kosten, verwenden.

Bitte führen Sie auch hier eine entsprechende Dokumentation, welchen Betrag Sie für welche Kosten oder Mieten aufgerechnet haben.

Das Pferd

Ähnliches wie für das Geld gilt für das Pferd und dessen Versorgung.

Ein Pferd, welches ohne Versorger bei Ihnen steht, müssen und wollen Sie natürlich nicht verhungern oder ohne Pflege zurücklassen. Daher werden auch diese Kosten stetig ansteigen. Und wie wir alle wissen, kann dies ganz schön ins Geld gehen.

Vielleicht werden sogar noch Tierarztkosten von Ihnen aufgebracht, weil das Pferd krank wird.

Auch hier sollten Sie eine detaillierte und aussagekräftige Dokumentation über die von Ihnen aufgewendeten Gelder, aber auch Arbeitszeiten führen.

Soweit es möglich ist, sollten dieser Dokumentation auch Belege über die Ausgaben beigelegt werden.

Auch hier ist es wieder wichtig zu beachten, dass bereits bezahlte Leistungen von Ihnen mangelfrei zu erbringen sind. Aber davon gehe ich auch hier aus.

Was tun?

Sofern Sie keine weiteren Zahlungen erhalten und auch eine evtl. Kaution aufgebraucht ist, stellt sich die Frage: „Und nun?“

Sie möchten Ihr Geld haben und das weiterhin eingestallte Pferd, „frißt Ihnen die Haare vom Kopf“.

Die Einstaller werden jedenfalls für eine gewisse Zeit unauffindbar sein. Denn mal ehrlich gesagt, welcher „untertauchende“ Einstaller wird sich sofort auf dem Einwohnermeldeamt ummelden.

Vertragliche Vereinbarungen zwischen Ihnen und dem Einstaller scheiden daher naturgemäß aus. Ebenso eine einvernehmliche Übereignung des Pferdes an Sie, damit Sie es freihändig verkaufen können.

Außerdem wollen Sie Ihre Forderung ja auch möglichst schnell beglichen haben. Daher ist ein Einklagen der Forderungen auch nur bedingt sinnvoll, zumal gegebenenfalls die Zustellung des Mahnbescheides oder der Klage bereits an der nicht vorhandenen aktuellen Adresse des Gegners scheitert.

Ein Ausweg für jedenfalls einen Teilbetrag der Forderungen ist somit die anderweitige Verwertung des Pferdes.

Als Vermieter oder Verpächter haben Sie hierzu ein sogenanntes Vermieterpfandrecht. Dieses ist für Vermieter in § 562 BGB und für Verpächter in § 592 BGB niedergelegt. Hiernach hat der Vermieter für seine Forderungen aus dem Mietverhältnis ein Pfandrecht an den eingebrachten eigenen Sachen des Mieters oder Pächters.

Ich gehe nun davon aus, dass der Einstaller auch tatsächlich Eigentümer des Pferdes ist, da das Pfandrecht ansonsten nicht greift.

Ein so (rechtmäßig) gepfändetes Pferd kann dann in einer öffentlichen Versteigerung verwertet werden. Zuständig für die Versteigerung ist hierbei ein Gerichtsvollzieher. Der Verkauf ist allerdings erst nach Ablauf eines Monats nach Fälligkeit der Forderung aus dem Mietverhältnis erlaubt.

Bei der Versteigerung wird dann das Pferd höchstbietend verkauft und der Erlös, nach Abzug der Kosten, an Sie ausgekehrt.

Eigentlich aber wären Sie im Vorfeld der Versteigerung verpflichtet gewesen, dem Einstaller als Eigentümer des Pferdes, den Verkauf anzudrohen.

Doch Sie fragen sich natürlich: „Wie soll das gehen?“ Der Einstaller ist ja nicht greifbar. Daher können Sie in einem solchen Fall -wegen Unzumutbarkeit- auf die eigentlich zwingende Benachrichtigung verzichten. Eine gewisse Vorsicht und vor allem Dokumentation der Bemühungen um die Ermittlung der neuen Anschrift ist aber natürlich angeraten.

Manchmal kommt es vor, dass dann in der Zwischenzeit bis zur Versteigerung der Einstaller wieder auftaucht und sein Pferd mitnehmen will. Hieran dürfen Sie ihn hindern, bis er seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. Mithin steht Ihnen sogar ein Selbsthilferecht zur Hinderung zu.

Das, was von einem möglichen Versteigerungserlös nicht abgedeckt wird, müsste dann in einem weiteren Forderungsrechtsstreit gegen den Einstaller gegebenenfalls vor Gericht erstritten werden.

Zusammenfassung

Ärgerlich, um es milde auszudrücken, ist ein verschwundener Einstaller allemal. Die Pflege und Versorgung des Pferdes kostet Geld. Mietzahlungen bleiben aus. Je nach Wert des Pferdes ist die Versteigerung eine auch vom Zeitrahmen her angenehme und rasche Lösungsmöglichkeit, offene Ansprüche durchzusetzen. Im Idealfall hat das Pferd danach einen neuen Eigentümer, der vielleicht wieder bei Ihnen einstallt und dann seine Miete zahlt …

Dann käme es … und das wünsche ich Ihnen … doch noch zu einem „Happy End“.

Ein Hinweis noch …

Jeder Rechtsfall ist unterschiedlich. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass der hiesige Ratschlag natürlich nur einen ersten Überblick über Möglichkeiten darstellt, Ihr persönlicher Einzelfall aber im Hinblick auf mögliche individuelle Regelungen geprüft werden muss. Hierzu können Sie mich gerne ansprechen und erreichen mich hierfür unter meiner Kanzleianschrift:

Rechtsanwalt Thorsten Haßiepen
Echter Straße 24
41844 Wegberg

Tel. (0 24 34) 98 30 100

%d Bloggern gefällt das: